Paul in Simfordshire – Kapitel 30

12Elise hatte sich umgezogen, die Schminke war weg, aber die Haare leuchteten immer noch in den gleichen knalligen Farben. Sie hatte sich wieder verkleidet, aber diesmal als Weihnachtsfrau. Sie stellte Paul ihren anderen Bruder, Gerard, vor. Paul hatte die ganze Zeit gedacht, dass die beiden verheiratet wären, was alle zum Lachen brachte.

13Inzwischen waren mehrere Gäste gekommen und die Party war in voller Gange. Amy und Sun Li hatten sich als Weihnachtselfen verkleidet und tanzten ausgelassen. Sogar Miss Marple und Ms. Schnepper tanzten mit. Paul kannte alle Leute und fühlte sich ziemlich wohl.

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                                 Endlich kam die Zeit für die Geschenke. Meli wollte unbedingt die erste sein…

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                 …und wurde schwer enttäuscht. Für sie gab es einem Wasserspender. Sie war gar nicht glücklich darüber.

16              Abu kam als nächstes und hatte mehr Glück. Paul schaute vergnügt zu.    Als Einzelkind hatte er noch nie so ein schönes Schneeflockenfest erlebt.

17                   Paul konnte seine Augen nicht von Elise lassen, als sie dran war.

18                   Sie freute sich wie ein kleines Kind.

19                 Sie hatte viel gemeinsam mit ihrem Bruder Charlie.
Mr. Schnepper schien sein Geschenk auch zu schätzen, aber Mr.Collins war bereits müde und wartete nicht mal bis er dran kam. Und ab diesem Zeitpunkt verließen die übrigen Gäste ganz schnell die Party.

20                  Paul ließ es sich aber nicht nehmen, seine Kinder ins Bett zu bringen.

21                       Er bedanke sich bei Elise für die schöne Party und … einfach für alles. Er sagte aber auch, dass sie unbedingt mit einander sprechen mussten. Es ginge wohl schlecht vor den vielen Leute hier und Elise sagte zu.

22                  Am nächsten Tag traf sich Paul mit Elise und den Kindern auf dem Winterfest. Charlie, der Elise mit den Kindern geholfen hatte, entfernte sich diskret.

23                  Paul hob die Kleine Lilly auf den Arm und dann machten sie als erstes ein Bild zu viert zusammen.

24           Länger aufschieben ließ sich das Thema nicht. Paul versuchte Elise wieder um Verzeihung zu bieten, aber er konnte nur wiederholen, was er schon zicktausend male durch das Megaphon gesprochen hatte…

25                    Dem hinzu zufügen sagte er nur: „Du weißt aber, dass ich dich ohne Zweifel liebe und dass ich mir nichts sehnlicher wünsche, als das wir eine Familie werden!“ Doch auch sein Hundeblick erweichte Elise´s Herz nicht.

26                    Sie sagte ihm ernst: „Lass mich bitte zu Ende reden!  Alles was ich dutzendmale hörte klang nach nichts anderem als einem Spiel für dich.   Welcher Mensch kann sich schon leisten den ganzen Tag, tagelang ein Megaphon oder Spraydosen zu schwingen und sonst nichts Vernünftiges tun?   Niemand, der nicht gerade einen reichen Papa hinter sich hat oder eine Million für liederlich hielt würde so etwas tun!   Nur du könntest auf so ein lächerliches Spiel kommen! Noch glaubst du, dass du mich liebst, aber noch hast du nichts Besseres zu tun!   In einer Woche bist du weg und dann hast du uns schnell vergessen.   Du wirst schnell andere Spiele finden.   Wir kommen aus zwei verschiedene Welten und haben nichts Gemeinsames.   Wie schnell würde ich dich langweilen?!   Oder dieses Nest, wie du sagtest?

27                Paul fühlte sich zunächst erschlagen durch die Anschuldigung,  denn – so ein Mist – er hatte tatsächlich nichts anderes gemacht in den letzen Wochen als nach ihr zu suchen.   Warum reichte ihr das nicht?   Ungeduldig fiel er ihr ins Wort und ließ sie nicht weiter reden:   „Ist das alles?   Mehr hast du mir nicht vorzuwerfen?   Aber wieso kannst du dir nicht mal etwas anderes, besseres vorstellen als im Zirkus zu leben?
Elise antwortete nicht sofort.   Sie schaute ihn traurig an und sagte mit zitternder Stimme, während sich Träne in ihren Augen bildeten:   „Ich konnte nicht mal das tun!   Ich war vielleicht das erste Zirkus-Kind das von der Manege abgehalten wurde,  so tollpatschig und schüchtern wie ich bin.   Aber ich liebe meine Familie und den Zirkus und ein Leben ohne das alles kann ich mir nicht vorstellen.   Auch wenn ich versuche ihnen während den Tourneen nicht im Wege zu stehen…  Das Herbst- und Winter-Quartier teilen wir uns jedes Jahr.

28                „Du täuscht dich aber,  wenn du glaubst,  ich würde dich und die Kinder im Stich lassen“ behauptete Paul!
„So gut kennst du mich gar nicht.   Du musst mir eine Chance geben!“  sprach er weiter.
Elise lächelt jedoch nur traurig und antwortete:  „Jemand wie du ist nicht in der Lage für eine Familie zu sorgen!   Du hast es noch nicht mal gelernt für dich zu sorgen!   Ich frage dich noch einmal:  Was machst du wenn du die Million aufgebraucht hast und dein Vater dich nicht weiterhin unterstützt?“
Als keine Antwort von Paul kam sagte sie nur noch:  „ Du kannst die Kinder sehen solange wir in Simfordshire sind.  Im Frühling werden wir aber mit dem Zirkus auf Tournee gehen!“  Sie drehte sich um und entfernte sich langsam.

29          Paul würde wütend, aber versuchte sich zu beherrschen, indem er die Fäuste fest zu drückte und sagte nur, ohne sich zu Elise zu drehen: „ Das kannst du nicht machen! Ich liebe dich!“

30                Auch Elise drehte sich nicht um und konnte somit nicht sehen wie Paul den Arm nach ihr ausstreckte: „Ich dich auch! Aber Liebe allein reicht nicht!“ sprach sie und lief weiter.

Kapitel 31

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