Ankunft in Lilleville – Kapitel 2

01                Bürgermeister Simon lebte in einem großen Haus, sowohl abseits von der Stadtmitte als auch von den beiden Wohnsiedlungen. Es gab kein Haus in der Nähe, nur Parks und das Reitzentrum mit der dazugehörenden Reiterranch und Anbaufeldern umgaben es.

02                Am nächsten Morgen war Simon schon sehr früh mit Familie Azul verabredet.    Diesmal nahm Simon eine Abkürzung zwischen den Häusern auf die gegenüber liegende Seite der Straße, wo er wohnte. Es ging viel schneller als mit dem Auto, da keine asphaltierte Straße zum Haupthafen führte. Vielleicht eines Tages…

03         Der Hafen war über  Nacht wie umgewandelt. Ein kleiner Strand ersetzte die frühere Schutzmauer und zu seiner Erleichterung konnte er feststellen, dass die Ausleihboote bereits geliefert wurden. Es gab eine große Auswahl von Paddel- bis Segel- und schnellen Motorbooten.

04                  Mara und Triton erwarteten ihn bereits mit der erhofften Zustimmung. Triton wollte die Tagespflege übernehmen, während Mara sich in dieser Zeit mehr um die eigene Kindern kümmern würde. Die einzige Bedingung des Paares war, dass sie noch ein paar Tage brauchten, um sich einzuleben und  ihren Kindern einiges beizubringen bevor die Tagestätte eröffnete würde.

05                Simon war natürlich damit einverstanden und machte den Vorschlag, dass sie ihr altes Hausboot renovieren könnten, genau wie den kleinen Garten der zu ihrem künftigen Hafen gehörte.   Schließlich sollten die Eltern ihrer Pfleglinge nichts an den Räumlichkeiten auszusetzen haben.   Sogar aus dieser Distanz konnte man sehen wie heruntergekommen die kleine Hütte, der Garten und der Hafen waren.   Siesollten ihm nur sagen welche Farben sie wollten.

06                Mara und Triton nahmen mit Freuden den Vorschlag an … Sie hätten es schon längst gemacht wenn ihr Geld gereicht hätte … aber sie waren mit nur 48 Simoleons angekommen … Simon bedauerte, dass er mit Geld nicht helfen konnte da es gegen das Gesetz war, aber er schlug noch einmal vor die überzählige Ernte des Gartens zum Komissionshaus zu bringen und  die Strände nach Muscheln und Flaschen abzusuchen, sowie die Insel nach seltenen Samen und Mineralien.

07               Simon und Triton einigten sich schnell über die Bedingungen und…

08                 …  gleich danach verabschiedete sich der Bürgermeister von Mara und den Kindern.

09                    Simon wollte Triton die wichtigsten Lokalitäten der Insel zeigen.  Sie begannen mit der Umgebung.    Als nächstes kam der Strand dran, der zwar klein war aber alles bot was notwendig war damit man sich dort lange sehr bequem aufhalten konnte.

10                   Hinter dem Strand an der Straßenseite war der Festivalplatz, Spaßpark genannt, der jedoch noch nicht ganz fertig war.

11                      Um den Festivalpark standen einige kleine  Hütten. Simon erklärte, diese Miethütten seien für Urlauber. Auf der anderen Seite der Straße sah man eine riesengrosse Hütte, das war Lillevilles Kino.

12             Das Kino gehörte zum Parque Mistico. Warum mystisch? wollte Triton wissen.Was sollte an einem Kino mysteriös sein? Simon erklärte man munkelte, dass die Filme im eigenen Keller produziert wurden … und dass zwielichtige Gestalten den Parque besuchten…

13                Triton weigerte sich an solche Märchen zu glauben … eher glaubte er, dass der guter Sheriff (wie er und Mara ihn insgeheim nannten)  gerne die Touristen verschaukelte um die Attraktivität der Insel zu steigern. Triton sah nur ein altes Gewölbe, einen kleinen Angelteich und viele Blumen. Nur die Statue in der Mitte des Parks sah sehr außergewöhnlich aus.

14                Triton lief um den mittleren Brunnen und beobachtete die Statue, die ihm bekannt vorkam. Von der Seite aus war das alte Gewölbe nicht mehr zu sehen sondern ein … Wintergarten? fragte er Simon. Ja, antwortete der, so was in der Art… das ist ein Arboretum, die Einheimischen behaupteten, dass man dort  Feen treffen konnte. Feen kannte Triton noch nicht … Meeresbewohner lebten ja meistens für sich. Zum Park gehörte auch noch ein Pavillon wo Schach gespielt werden konnte. Also war nicht alles so mysteriös wie Simon behauptete.

15  Eine dunkle, abweisende Höhle, fast ganz durch Gebüsch verdeckt, gehörte auch zum Park. Simon bat Triton lieber nicht in die Nähe zu gehen. Das wäre ein Treffpunkt  zwielichtiger Gestalten … Nicht mal die Gärtner trauten sich in ihrer Nähe. Deshalb der desolate Zustand. Ein krasser Gegensatz zum übrigen Park. Aber wenn er oder seine Frau Samen sammeln wollten, dann sollten sie überall im Park suchen, sogar in der Nähe der Höhle sollte es besondere Pflanzen geben … sogar von einer sehr seltenen Blume war  die Rede … aber lieber tagsüber. Nachts wollte er lieber davon abraten.  

  16 Triton begleitete Simon nun in die Stadtmitte, durch den Strandweg, der zum Plaza Park führte zur Hauptstraße, wie Triton schon am Vortag vermutet hatte.

17         Sie liefen an dem Baumfriedhof  vorbei, der eher wie ein kleiner Garten aussah.

18     Als sie den Plaza Park erreichten, glaubte Triton zu träumen! Im ersten Moment dachte er er wäre wieder in Isla Paradiso.
Aber sicher, antwortete Simon, seine Familie hatte ja den gleichen Architekt angeheuert, mit dem Unterschied dass der hier eine viel bessere Arbeit geleistet hatte… allein die Fliesen waren ein Vermögen wert, direkt aus Spanien importiert. Das war natürlich noch aus der Zeit als seine Familie immens reich war und vom Zuckerrohr lebte, das von Sklaven verarbeitet wurde.

19 Linker Hand konnte man einen Lesegarten sehen  der keine Wünsche übrig ließ, sogar Computer konnte man im Häuschen finden.       Rechter Hand war Simons Familienhaus, das noch in den Zeiten der Plantagen gebaut wurde.

20  Die Schulstraße gehörte auch zur Hauptstraße. Gleich hinter dem Schulgebäude lag die Sporthalle die eigentlich als Fitnessstudio diente.    Die Straße war voller Blumenkübel, die wie kleine Brunnen aussahen.   Die Bodenfliesen kamen auch aus Spanien und auch der Marmor war importiert.

21           Danach kam die Hospital Straße an die sich das Rathaus anschloss.

22 Die Plaza Principal kam gleich danach. Links nach dem Rathaus waren das Café, der Buchladen und die Costa Verde AG.

23  Rechts, nach dem Hospital das gleichzeitig auch ein Forschungsinstitut war, lagen das Spa und das Bistro.

24 In der Plaza Principal konnten sich wirklich viele Leute aufhalten. Gegenüber der Plaza lag die Villa Kunterbunt, ein sehr gutes Hotel, das jedoch so preiswert war, dass die Saisonarbeiter lieber dort wohnen als in den unbequemen Hütten.

25                  Mit dem Rücken zum Hotel konnte man bis zum Hafen blicken. Simon konnte sehr stolz auf seine Insel sein, versicherte ihm Triton.

26Ja, meinte Simon, aber sein ganzer Stolz war dieses Gebäude hier, Simons Lebenswerk, das Rathaus.
Dies schien Triton zu verwirren aber Simon erklärte weiter, dass die eigentlichen Geschäfte des Rathauses von Büros im Keller geführt wurden. Das Hauptgebäude war in der Tat eine Kunstgallerie. Alle Schätze die seine Familie über mehr als hundert Jahre gesammelt hatte, waren dort zusammen getragen. Simons war darauf wirklich stolz, denn welche Insel in der Karibik besaß Vergleichbares…? Simon sagte noch: “ Ich bin der Meinung, dass alle öffentliche Räume aus Platz- und Kostengründen, gut ausgelastet werden sollten. Deshalb bieten wir den großen Salon auch für Hochzeiten. Und ganz oben haben wir noch einen kleinen Vorführ- und Konferenzraum, der  gegen Entgelt gemietet werden kann, genau wie das kleine Schlafzimmer. Wir bemühen uns an alle Bedürfnisse unserer Besucher zu denken.

Kapitel 3

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